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Meditieren verbessert die Aufmerksamkeit PDF Drucken E-Mail
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BildWer seinen Körper fit hält, ist sportlichen Herausforderungen generell besser gewachsen als ein Bewegungsmuffel. Ähnliches gilt auch für die "geistigen Muskeln", besagt ein Experiment amerikanischer und niederländischer Neurowissenschaftler. Tägliche Meditationen über mehrere Monate hinweg halfen ihren Probanten, eine schnelle Abfolge von Zahlen besser erkennen zu können. Frühere Studien zeigten, dass intensives Videospielen zu besseren Leistungen bei Aufmerksamkeitstests führen könne, schreiben die Forscher um Richard Davidson von der University of Wisconsin-Madison im Fachblatt “PLoS Biology”. Die neuen Resultate ließen vermuten, dass ein solcher Effekt auch durch rein mentales Training erzielt werden könne.

Davidson und seine Kollegen studierten das Phänomen, dass das Gehirn von einem interessanten Objekt kurzzeitig derart beansprucht wird, dass es ein kurz darauf folgendes Objekt übersieht. In diesem Falle sahen die 17 Versuchsteilnehmer Buchstabenfolgen auf einem Bildschirm, in denen ein oder zwei Ziffern versteckt waren. Folgte die zweite Ziffer im Abstand von 0,33 Sekunden auf die erste, wurde sie in lediglich 60 Prozent der Fälle erkannt.

Die Quote stieg auf über 80 Prozent, nachdem sich die Teilnehmer drei Monate lang bis zu zwölf Stunden täglich in der Vipassana-Meditation geübt hatten. Bei dieser Meditationstechnik geht es darum, sich entspannt auf Körper und Umgebung zu konzentrieren, ohne über das Wahrgenommene nachzudenken oder gar zu urteilen.

EEG-Messungen während der Tests ergaben, dass die Gehirnaktivität nach Aufleuchten der ersten Ziffer nun weniger stark anstieg als vor dem Meditationstraining. Gleichwohl wurde die erste Ziffer unverändert gut erkannt. Davidson und Kollegen vermuten daher, dass die Aufmerksamkeit der Teilnehmer nun effizienter arbeitete: Das Erfassen und Verarbeiten der ersten Ziffer nahm nach dem Training weniger geistige Ressourcen in Anspruch, sodass mehr davon für die zweite Ziffer zur Verfügung standen.

Über die Dauerhaftigkeit dieses Effekts kann derzeit nur spekuliert werden. Offenbar erfordert er jedoch einiges an Disziplin: In einer Vergleichsgruppe, die eine Woche lang 20 Minuten täglich meditierte, verbesserte sich die Erfolgsquote nicht wesentlich.

Vergleicht man diese Daten mit den traditionellen buddhistischen Lehren, die besagen, man sollte bestimmte Mantren täglich eine Stunde (oder länger) rezitieren, so offenbart sich der tiefere Sinn hinter dieser Anweisung. Ob nun im Buddhismus oder in der traditionelle Hermetik - seit Jahrtausenden findet sich dort dieses Grundwissen verankert, welches die Schulwissenschaft langsam überprüfen und verifizieren kann. Wieder einmal mehr zeigt sich, dass wahrhafte Esoterik kein Fast-Food-Artikel ist, den man auf die Schnelle konsumieren, oder gar kaufen kann.

Forschung: Heleen A. Slagter und Richard J. Davidson, Waisman Laboratory for Brain Imaging and Behavior und Department of Psychology, University of Wisconsin, Madison; Sander Nieuwenhuis, Department Psychologie, Universiteit Leiden; und andere

Veröffentlichung PLoS Biology, Vol. 5(6), e138, DOI 10.1371/journal.pbio.0050138

Links:
Waisman Laboratory, University of Wisconsin-Madison
Psychologie, Uni Leiden
Der “Attentional Blink”
Online-Selbstversuch

Meditieren stärkt geistige “Muskeln”
Meditation beeinflusst Wahrnehmung




Mit Material von IPN

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